Einfachheit und Tee

Vollkommene Symmetrie bedeutet Fertigstellung und damit den Tod jeglicher Weiterentwicklung.

Wahre Schönheit wird erst im Unvollkommenen gefunden, weil sie dem menschlichen Geist Raum lässt, das Werk zu vollenden.

 

Der Wert von Wabi-Sabi liegt im Abgenutzten.  Risse, Patina und Makel an einem Gegenstand erzählen von seiner Geschichte und Vergänglichkeit. Sie machen die Schönheit menschlich und nahbar.

Ordne die Blumen so an, wie sie auf 
dem Felde wachsen      –  Sen no Rikyu –

Tokonoma: das Wort setzt sich zusammen aus toko (bedeutet „Boden“ oder „erhöhte Plattform“) und ma (bedeutet „Raum“ oder „Platz“)

Damit gibt es den Dingen Raum, die den heutigen Tag, den jetztigen Augenblick
und den jeweiligen Monat durch die Natur vertreten.
Die Hängerolle „Kakejiku“ entspricht der Saison – ihr wird bei Betreten des Raumes zusammen mit der Blume
in einem Akt der innigen Betrachtung ein spezieller Respekt erwiesen.
Auch das Blumenarrangement spiegelt den Monat wieder, der Name der Blume und woher sie stammt wird zu beginn jeder Tee-zeremonie erwähnt. September 2026: der Name der Blume ist „7 Söhne des Himmels“ aus meinem Garten
Das Gefäss der Blume nennt sich Hanakago (花 籠) – Diese Körbe verkörpern das Prinzip des Wabi-Sabi – die Schönheit des Einfachen, Natürlichen und Unperfekten. Diese Hanakogo ist ein Geschenk aus Kyoto zur Eröffnung des Teeraumes..

Toko-bashira (床柱),  prominenter  hölzerner Pfeiler an einer Seite der Tokonoma (hier links).
Symbolisch steht er für das daostische Element Wasser, es verkörpert das Instabile und die Emotionen und aus dieseme Grund besteht dieser Pfeiler der Tokonoma aus einem sehr dicken, gewichtstragenden Holz. Diese dicke tragende Säule ist eine Unterstützung dafür, sich von den Emotionen nicht davon tragen zu lassen. Die japanische Teezeremonie basiert auf den Elementen des Daoismus. So verbindet denn auch der Toko-bashira als Pfeiler den Himmel und die Erde, die geistige Ebene und den Boden auf dem wir leben, oder man könnte auch sagen den Kreis (Geist) und das Viereck (Materielle/ Form/ Erscheinungen).

Teekessel  – Arare Odare-gama (霰 尾 垂 釜), mit unregelmässiger  wabi-sabi Form.
Arare steht für die kleinen Noppen der Teekessel Oberfläche, ähnlich den Haar-Noppen eines Buddha-Kopfes.
Odare steht für die unregelmässige nach unten reichende Form des Kessels, die einem nach unten abgerissenen Überwurf gleicht.

Mizusashi – das Kaltwassergefäss im Hintergrund symbolisiert die Sonne. 
Chawan – die Teeschale symbolisiert die Erde. 
Natsume – die Teedose steht für den Mond. 
Alle drei stehen in einem exakten Dreieck, welches ebenso auf den Daoismus bwz. alten Chan Buddhismus zurückgeht. 
Das Dreieck steht für das DO – den Weg – die Umsetzung im täglichen Tun.

Die erste Teezeremonie, mit der man in der japanishen Teezremonie beginnt ist Bonryaku Temae (Teezeremonie auf Tablett). In einem zeremoniellen Reinigungsakt werden Teedose (Natsume), Teelöffel (Chashaku), und Teeschele (chawan) mit einem Baumwolltuch (chakin) gereinigt.

Das Chakin wird zu einer Figur geform (links), die Fukudame genannt wird und soviel bedeutet wie: „Raum für günstiges schicksal schaffen.“ 
Während der Reinigung der Teeschale werden die Hiragana Buchstaben  „I“  und  „RI“   auf den Bodengezeichnet als Symbol für  „Reinkommen“.

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